Mediation ist professionelle Vermittlung bei Streit und Regelungsbedarf. Dabei setzen sich die Beteiligten mit einem allparteilichen Vermittler, dem Mediator, zusammen, um gemeinsam eine Regelung zu erarbeiten. Der Mediator sorgt für eine gute Gesprächsatmosphäre und hilft Ihnen, Ihre Anliegen und Interessen zu ergründen und zu formulieren. Auf der Basis dieser Interessen wird dann gemeinsam nach Lösungswegen gesucht und eine Vereinbarung erarbeitet.
Fragen und Antworten zur Mediation:
Warum Mediation? Sollten wir das nicht unter uns regeln können?
Wenn ein Streit lange dauert, wenn Missverständnisse in der Luft liegen, wenn Paare, Familien, Beziehungen auseinandergehen, dann fällt es oft besonders schwer, anstehende Fragen sachlich zu regeln. Ärger, Vorwürfe, Zukunftsangst machen es schwierig, miteinander zu reden. Das Gespräch über den Mediator kann diese Aufgabe erleichtern.
Wann kann die Mediation stattfinden?
Ein handfester verfahrener Streit kann durch Mediation beigelegt werden, aber soweit muss es noch nicht gekommen sein. Manchmal sieht man den Streit kommen und kann ihn verhindern, indem man beizeiten Regelungen für ein sachliches Miteinander findet. Einen Ehe- oder Erbvertrag, eine Haus- oder WG-Ordnung, fair ausgehandelte Spielregeln können das Zusammenleben erleichtern.
Und auch wenn die Mediation bei Trennung und Scheidung häufig ist: Voraussetzung für Mediation ist die Trennung nicht. Vielleicht wollen Sie eine Vereinbarung treffen, um als Paar weiter oder besser zusammenleben zu können. Und oft sind gerade für Übergangszeiten oder Zeiten der Unklarheit Regelungen nötig, die kein Gericht für Sie treffen kann. Sie entscheiden selbst, welchen Umfang und welche Geltungsdauer Ihre Vereinbarung hat. Oder sie treffen vorsorglich mehrere Vereinbarungen - eine für den Fall der Trennung, eine für ein weiteres Zusammenbleiben.
Was kann Thema der Mediation sein?
Welche Themen Gegenstand der Mediation sind, bestimmen Sie beide. „Thema“ in der Mediation heißt immer „Regelungs-Thema“. Ziel ist immer, Vereinbarungen und Regelungen für die Gegenwart und die Zukunft zu treffen. In der Paarmediation zum Beispiel wird es dabei oft um Wohnen, Geld, Eigentum und Elternschaft (Sorge- und Umgangsrecht) gehen. Sie können auch über Themen verhandeln, die nicht gerichtlich einklagbar sind. Für eine therapeutische Aufarbeitung der Vergangenheit ist die Mediation nicht geeignet.
Was tut der Mediator?
Der Mediator schafft eine angenehme und sachliche Gesprächsatmosphäre. Er strukturiert Ihre Verhandlung, schreibt wichtige Punkte für Sie auf und achtet darauf, dass nichts übersehen oder vergessen wird, was für Sie wichtig ist. Er stellt Fragen, die es Ihnen erleichtern, Ihre Interessen und Ideen zu formulieren. Sie können sich auf die Sache konzentrieren, der Mediator sorgt für den Rahmen.
Was der Mediator nicht tut: Er gibt keine Themen vor. Er macht keinen eigenen Lösungsvorschlag. Er entscheidet nicht für Sie. Es ist Ihre Verhandlung und Ihre Vereinbarung. Als allparteilicher Vertreter für Sie beide wird er auch keinen von Ihnen juristisch beraten, nicht in Anwesenheit des anderen und schon gar nicht unter vier Augen. Deshalb sollten Sie sich mindestens einmal ausführlich von Ihrem eigenen Anwalt beraten lassen, jeder für sich.
Wer kann an der Mediation teilnehmen?
Wer an der Mediation teilnehmen darf, bestimmen Sie zusammen. Oft sind andere Personen von Ihrem Konflikt betroffen. So können zum Beispiel bei Trennungs- und Paarmediationen Ihre Kinder an der Mediation teilnehmen, direkt oder indirekt. Sie können zu ausgewählten Sitzungen dazu kommen oder durch Paten oder Freunde vertreten werden. Und der Mediator achtet darauf, dass Sie auch die Interessen derer, die Ihnen wichtig sind, nicht übersehen.
Wie lange dauert Mediation?
Wie oft Sie sich treffen, bestimmen Sie gemeinsam. Nur Sie wissen, wie umfangreich oder schwierig ihre Regelungsthemen sind. Vielleicht wollen Sie zuerst nur die drängendsten Fragen klären. Oder in einer einzigen längeren Sitzung nur ein Thema verhandeln. Dabei sollten Sie aber bedenken, dass es Zeit brauchen kann, die eigenen Gedanken zu ordnen oder das Gehörte zu bedenken. So können auch einmal längere Pausen zwischen den Sitzungen helfen. Bei drängenden Problemen unter Zeitdruck können Sie versuchen, in einer Kurzmediation die Grundlage für eine Lösung zu schaffen.
Wird die Mediation Erfolg haben?
Ob die Mediation Erfolg hat, also mit einer Vereinbarung endet, hängt von vielem ab. Ihre Offenheit und Verlässlichkeit ist ein wichtiger Faktor. Wenn einer von Ihnen befürchtet, dass der andere hinter seinem Rücken rechtliche oder finanzielle Tatsachen schafft, wird eine Einigung kaum möglich sein. Vielleicht merken Sie aber auch in der Mediation, dass Sie sich nur über einzelne Punkte einigen können. Auch das kann ein großer Erfolg sein! Sie sollten alle Ihre Zweifel offen ansprechen. Für eine gute bewusste Lösung kann es Ihnen helfen, weitere Beratung in Anspruch zu nehmen, bei Ihrem Anwalt, psycho-sozialen oder pädagogischen Beratern, Steuerberatern oder kaufmännischem Berater.
Was kann ich tun, wenn der andere die Mediation nicht will?
Es gibt viele Gründe, aus denen jemand nicht an einer Mediation teilnehmen will. Für das Mediationsverfahren ist es wichtig, dass alle beteiligten freiwillig mit am Tisch sitzen. Es gibt aber außer der Mediation auch andere Möglichkeiten, einen Weg aus dem Konflikt zu suchen: Durch Konfliktberatung zum Beispiel, in der wir gemeinsam versuchen, die Situation und die Interessen des nicht anwesenden Dritten einzuschätzen. Hieraus können sich neue Handlungsmöglichkeiten ergeben.
